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Nils Kühne

Formen von Leid und Unrecht bei der Unterbringung in schleswig-holsteinischen Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Kinder- und Jugendpsychiatrie in den Jahren 1949 bis 1975
(Förderung: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren, Schleswig-Holstein)

Das vom schleswig-holsteinischen Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familien und Senioren beauftragte Forschungsprojekt untersucht Missstände und von Kindern und Jugendlichen erlebte Leid- und Unrechtserfahrungen im Zusammenhang mit ihrer Unterbringung in Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie Kinder- und Jugendpsychiatrien in Schleswig-Holstein in der Zeit von 1949 bis 1975.

Das Forschungsprojekt analysiert die zeitgenössischen rechtlichen Rahmenbedingungen der Klinik- und Heimaufnahme, die Praktiken der Einweisung, innerinstitutionelle Versorgungsbedingungen, Betreuungsmaßnahmen sowie die Arbeits-, Aufenthalts- und Lebensbedingungen in den Einrichtungen. Im Fokus der Untersuchung stehen dabei Gewalt- und Unrechtsverhältnisse, die im Kontext von Aufenthalt, Therapie und Betreuung aufgetreten sind. Dazu gehören physische und psychische Gewalt sowohl zwischen Personal und PatientInnen als auch zwischen PatientInnen und MitpatientInnen. Darüber hinaus wird untersucht, inwiefern die Lebens-, Teilhabe- und Bildungschancen der minderjährigen PatientInnen und BewohnerInnen durch innerinstitutionelle Umstände und/oder durch strukturelle Mängel in der Versorgungslandschaft Schleswig-Holsteins begünstigt, behindert oder verhindert wurden.

Mit der wissenschaftlichen Untersuchung sollen neben dem Erkenntnisgewinn zur bundesdeutschen Psychiatrie- und Heimgeschichte die massiven Leid- und Unrechtserfahrungen eine stärkere Berücksichtigung erfahren, wie sie durch ZeitzeugInnenberichte von ehemaligen PatientInnen und BewohnerInnen aus Schleswig-Holstein wiederholt eindrücklich geschildert wurden.

Die Forschungsarbeit wird von einem Kooperationsteam aus ausgewiesenen wissenschaftlichen Expertinnen und Experten der Zeitgeschichte, Rechtswissenschaft, Medizinethik und Psychiatrie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Universität zu Lübeck begleitet.


Projektleitung:
Prof. Dr. Cornelius Borck (IMGWF Lübeck)
Prof. Dr. Gabriele Lingelbach (CAU Kiel)

Projektmitarbeiter:
Dr. Christof Beyer
Jonathan Holst
Dr. Nils Löffelbein