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Dr. Simon Lohse

Forschungsschwerpunkte

Epistemology of Translation in Precision Medicine
(Wissenschaftlicher Mitarbeiter)

Das Subprojekt ist Teil des Grundlagenforschungsbereichs IX „Ethics, Communication and Economics“ im Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ und zielt auf epistemologische Fragen und normative Implikationen der Präzisionsmedizin in translationalen Zusammenhängen. In der Präzisionsmedizin geht es zentral um die Entwicklung maßgeschneiderter Therapieangebote für bestimmte Krankheitsbilder und Personengruppen. Dazu müssen nicht nur sehr viele verschiedenartige Daten gesammelt und integriert werden, es müssen auch heterogene Forschungskulturen, Klassifikationssysteme und Semantiken ineinander übersetzt werden. Im Subprojekt wird dieses Anforderungsgemenge aus philosophischer Perspektive in den Blick genommen. Im Sinne einer angewandten Philosophie der wissenschaftlichen Praxis werden empirische Beobachtungen mit wissenschaftsphilosophischen Analysen kombiniert und reflexive Interventionen in die laufenden Übersetzungsschritte in und zwischen den verschiedenen Arbeitsgruppen des Exzellenzclusters erprobt. Im Fokus stehen dabei unter anderem diese Fragen: Wie wird mit der unübersichtlichen Komplexität und der Kontextualität von biomedizinischen Daten in der präzisionsmedizinischen Erforschung chronischer Entzündungskrankheiten umgegangen? Inwiefern bestehen epistemologische und methodologische Herausforderungen bei der Integration von Evidenz aus unterschiedlichen Forschungskulturen? Welche kommunikativen und normativen Probleme stellen sich bei der Translation in die Klinik an verschiedenen Schnittstellen, insbesondere mit Blick auf wissenschaftliche Unsicherheit und divergierende Zielvorstellungen in Forschung und klinischer Anwendung?
 

Improving Interdisciplinary Knowledge Integration in Public Health Crisis Management
(Principal Investigator)

Das Projekt wird von der VW Stiftung gefördert und untersucht am Beispiel der COVID-19-Pandemie die Rolle der Sozialwissenschaften im politischen Umgang mit Bedrohungen der öffentlichen Gesundheit. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf Aspekte des epistemischen Pluralismus und das Zusammenspiel von biomedizinischer und sozialwissenschaftlicher Expertise im Pandemie-Management in Deutschland gelegt. Die erwarteten Ergebnisse dieses Projekts sind ein tieferes Verständnis soziologischer und epistemologischer Herausforderungen für die interdisziplinäre Wissensintegration im Kontext der Politikberatung und strategische Ansatzpunkte zur Verbesserung des Status quo. Damit wird nicht nur Neuland in der integrierten Wissenschaftsforschung beschritten, sondern auch eine besser informierte und ausgewogenere Politikgestaltung gefördert.
 

R2N: Von den epistemischen Grundlagen zum rechtlichen Rahmen: Wirkmechanismen in der Regulierung von Alternativen zum Tierversuch
(Principal Investigator, gemeinsam mit Prof. Nils Hoppe, Hannover)

Das Projekt ist Teil des vom Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur geförderten Verbundes „R2N – ‚Replace‘ und ‚Reduce‘ aus Niedersachsen“, der sich der Erforschung und Entwicklung von Alternativen zum Tierversuch in der biomedizinischen Forschung widmet. Die Projektgruppe untersucht das Zusammenspiel von regulatorischen, soziologischen und sozial-epistemologischen Faktoren, die die Implementierung solcher Alternativmethoden in der Grundlagen- und Anwendungsforschung hemmen. Um diesen Problemkomplex zu analysieren und Verbesserungspotentiale aufzuzeigen, wird in dem Projekt ein interdisziplinärer Forschungsansatz verfolgt, der rechts- und politikwissenschaftliche Methoden mit soziologischen und wissenschaftsphilosophischen Perspektiven verbindet.