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Prof. Dr. med. Mirjam Faissner, M.A.

Mirjam Faissner ist Ärztin und Philosophin und hat seit April 2026 die Professur für Theorie und Ethik der Biowissenschaften an der Universität zu Lübeck inne. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit normativen Fragen im Gesundheitswesen mit einem besonderen Fokus auf Diversitätssensibilität, Gerechtigkeit und Partizipation. Sie untersucht, wie gesellschaftliche Machtstrukturen medizinische Wissensproduktion und die Gesundheitsversorgung prägen und wie diese Zusammenhänge in medizinethischen Analysen adäquat berücksichtigt werden können.

Ein Schwerpunkt ihrer Forschung liegt auf Diversität und Marginalisierung im Gesundheitswesen, etwa im Kontext von geschlechtlicher und sexueller Vielfalt, Rassismus und Ableismus. Dabei interessiert sie insbesondere, wie die Diversitätssensibilität in der Gesundheitsversorgung durch intersektionale Ansätze verbessert werden kann. Auf theoretischer Ebene arbeitet sie zu Formen struktureller und epistemischer Ungerechtigkeit im Gesundheitswesen und ihren Auswirkungen auf medizinische Praxis und Versorgung. Anwendungsbereiche ihrer Forschung sind unter anderem die Psychiatrie, Innere Medizin, reproduktische Entscheidungen, Forschungsethik und klinische Ethik.

Methodisch verbindet Mirjam Faissner philosophische Analysen mit qualitativ-empirischer Forschung. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Weiterentwicklung partizipativer Forschungsansätze in der Bioethik, bei denen unterschiedliche Akteur*innen, wie Betroffene, Angehörige oder Gesundheitsfachpersonal, aktiv, zum Beispiel als Co-Forschende, in Forschungsprozesse einbezogen werden.

Darüber hinaus engagiert sich Mirjam Faissner als Gründungsmitglied und Mitkoordinatorin der Arbeitsgruppe „Feministische Perspektiven in der Medizin- und Bioethik“ in der Akademie für Ethik in der Medizin, die sich für die stärkere Sichtbarkeit feministischer Ansätze in der Medizinethik einsetzt. Zudem ist sie Mitinitiatorin und Mitkoordinatorin des DFG-geförderten Netzwerks „Bioethik und strukturelle Ungerechtigkeit“ (2024 – 2027).

Auszeichnungen

  • 2024: Förderung im Rahmen der Charité Talentschmiede 2.0
  • 2024: Einladung als Scholar in Residence bei der Brocher Foundation
  • 2024: Early Career Mobility Award der Oxford Berlin Research Alliance für einen Forschungsaufenthalt am Uehiro Oxford Institute der University of Oxford, Oxford (UK)
  • 2023: Preis für Philosophie und Ethik in Psychiatrie und Psychotherapie der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde, für einen Aufsatz zum Zusammenhang von strukturellem Rassismus und psychiatrieethischen Ansätzen zur Rechtfertigung von Zwang (gemeinsam mit Esther Braun)
  • 2023: Reisestipendium der Fritz Thyssen Stiftung für einen Forschungsaufenthalt am Department of Philosophy und am Center for Bioethics an der New York University, New York (US)
  • 2023: Förderung der Stiftung Mercator für einen Forschungsaufenthalt am Kennedy Institute of Ethics der Georgetown University, Washington D.C. (US)
  • 2021 – 2023: Mitglied der Global Young Faculty VII, Stiftung Mercator, AG Gesundheitsgerechtigkeit, Förderung eines Forschungsprojekts zur Gesundheitsversorgung von Sexarbeiter*innen
  • 2022: Nachwuchspreis für Ethik in der Medizin der Akademie für Ethik in der Medizin, für einen Aufsatz zu epistemischer Ungerechtigkeit bei der Anwendung von Depressions-Screening-Apps (gemeinsam mit Sebastian Laacke, Eva Kuhn und Regina Müller)
  • 2020: Simon Dally Book Award für exzellente akademische Leistungen, Fakultät für Philosophie, King’s College London
  • 2019: Hedwig Wallis-Promotionspreis für Psychosoziale Medizin an der Universität Hamburg, verliehen durch den Freundes- und Förderkreis des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf
  • 2014 – 2020: Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes

Funktionen

  • 2024 – 2026: Berufenes Mitglied der Ethikkommission der Charité – Universitätsmedizin Berlin am Standort Campus Benjamin Franklin
  • 2023 – 2026: Mitglied der Fachgruppe Ethikberatung, Charité – Universitätsmedizin Berlin
  • 2021 – 2023: Mitglied im Klinischen Ethik-Komitee der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Präventivmedizin, LWL-Universitätsklinikum Bochum
  • 2021 – 2022: Mitglied im Arbeitskreis „Ethische Dilemmata in der Corona-Pandemie“ des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe

Fachgesellschaften

  • Mitglied in der Akademie für Ethik in der Medizin (AG Ethik in der Psychiatrie, AG Feministische Perspektiven in der Medizin und Bioethik)
  • Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde
  • Society for Women in Philosophy Germany e.V.
  • Institute of Medical Ethics (UK), European Philosophy of Science Association

Wissenschaftliche Netzwerke

  • 2024 – 2027: DFG-Netzwerk „Bioethik und strukturelle Ungerechtigkeit“
  • Seit 2024: Critical Political Epistemology Network
  • 2025 – 2028: DFG-Netzwerk „Structural Injustice and Responsibility for Relational Equality”

Kontakt

Professur für Theorie und Ethik der Biowissenschaften