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Die Euthanasie-Morde, vielfach tabuisiert bis heute

Vortrag von Götz Aly und Videoinstallation „Dies sind ihre Namen“ von Uli Schmidts

Zwischen 1939 und 1945 wurden 200.000 Deutsche von Deutschen ermordet, weil sie behindert oder dement, psychisch oder an der Alkoholsucht erkrankt waren, an fortgeschrittener Syphilis litten oder als „asoziale Tuberkulöse“ galten. Über sie alle schwiegen auch nach Kriegsende die meisten Familien, machten ermordete Mütter, Töchter und Söhne vergessen, Geschwister, Tanten und Onkel, Väter, Cousinen und Cousins. Heute gehören diesen Familien mehrere Millionen Nachfahren an. Die allermeisten von ihnen wissen nicht, dass einer ihrer direkten Vorfahren von deutschen Gesundheitsbehörden, Ärzten, Hebammen und Krankenschwestern als „lebensunwert“ eingestuft und deshalb in einer Gaskammer ersticken musste oder mit Hilfe einer Todesspritze fast spurlos verschwand.

Der Historiker und Publizist Götz Aly fragt in seinem Vortrag nach den Gründen für das familiäre und gesellschaftliche Tabu und eröffnet damit die Videoinstallation „Dies sind ihre Namen“. Der Grafiker Uli Schmidts erinnert mit dieser öffentlichen Intervention an die Namen und Schicksale der Opfer aus Lübeck. Der Gestalter ist anwesend und spricht über die Entstehung der Installation.

Der Vortrag von Götz Aly „Die nationalsozialistischen „Euthanasie“-Verbrechen in der deutschen Erinnerungskultur“ findet am 19.10.2021 um 19 Uhr in der Evangelisch-Reformierten Kirche Lübeck statt.
Der Eintritt ist frei. Es gelten die jeweils aktuellen Hygienevorgaben. Wir bitten um verbindliche Anmeldung unter 0451 122 425 0, veranstaltungen-luebeck@willy-brandt.de oder per Online-Formular.

Die Videoinstallation von Uli Schmidts „Dies sind ihre Namen“ kann von 19. bis 29.10.2021 an der Fassade der Evangelisch-Reformierten Kirche Lübeck angesehen werden. Diese ist eine Kooperation von dem Willy-Brandt-Haus Lübeck, der Evangelisch-Reformierten Kirche Lübeck und dem Institut für Medizingeschichte und Wissenschaftsforschung der Universität zu Lübeck.

Mehr zur Veranstaltungsreihe „plötzlich weg“ finden Sie hier.
Das Programm für die gesamte Veranstaltungsreihe „plötzlich weg“ finden Sie zum Download hier.