Mehr als 20 Wissenschaftler*innen, Kulturschaffende und Studierende aus der Ukraine und anderen europäischen Ländern haben sich mit Vorträgen und in Workshops zum Thema „Collective Action: Intentions & Conditions“ bei der Summerschool der Forschungsinitiative „Transformative Research“ an der Universität Czernowitz ausgetauscht.
Dr. Birgit Stammberger hat zum Thema „Collective Agency and Feminist Epistemology Beyond Individualistic Frameworks: Rethinking Political Imagination and Epistemic Practices“ unterrichtet. Zugleich hat sie bei dem Teilprojekt „Bringing Gender into Science“ den Sonderforschungsbereich 1665 Sexdiversity vorgestellt und Perspektiven feministischer Epistemologie veranschaulicht.
Die Nationale Universität Czernowitz „Jurij Fedkowytsch“, 1875 auf dem Gelände einer ehemaligen griechisch-orthodoxen Metropoliten-Residenz gegründet, gehört heute zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Universität zu Lübeck hat eine Partnerschaft mit der Universität Czernowitz. Die Stadt gehört derzeit zu den sichereren Regionen in der Ukraine, aber auch dort habe es bereits Angriffe gegeben, und "Luftalarm gehört zum Alltag der Menschen", berichtet Dr. Birgit Stammberger.
Die Reise in die Ukraine war für sie mehr, als nur an einer Summerschool zu lehren. Gerade unter den Bedingungen des Krieges, sagt sie, seien Kollaboration, Miteinander und Austausch besonders wichtig. Wissenschaft habe dabei eine besondere Aufgabe: Sie schafft Räume für Austausch, ermöglicht es, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen miteinander ins Gespräch zu bringen, und kann so dazu beitragen, dass Menschen auch unter den Bedingungen des Krieges im Dialog zu bleiben.

