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Studium Generale

Politik und Wissenschaften: (K)eine Liebesbeziehung?

Frieder Vogelmann (Freiburg)

Wann: 13. Mai 2026, 18:30 Uhr
Wo: Hörsaal des IMGWF in der Königstraße 42 in Lübeck

Das Verhältnis von Wissenschaften und Politik erhält meist nur dann Aufmerksamkeit, wenn etwas im Argen liegt: Wenn die Politik übermäßig in die Wissenschaften eingreift oder deren Ergebnisse gefährliche Folgen für die Gesellschaft haben. Doch wann ist politische Steuerung „übermäßig“, wann stellen wissenschaftliche Ergebnisse eine „Gefahr“ für die Gesellschaft dar? Bevor man lautstark auf Wissenschaftsfreiheit beharrt oder die Verantwortung der Wissenschaftler*innen beschwört, sollte man das Verhältnis von Wissenschaften und Politik nüchtern und in seiner ganzen Komplexität ins Auge fassen. Nicht nur sind die Wissenschaften untereinander sehr verschieden, sie haben auch vielfältige Berührungspunkte mit politischen Vorgängen, die selbst nicht einheitlich verfasst sind. Der Vortrag beschreibt diese schwierigen Beziehungen zwischen Wissenschaften und Politik, um einen angemessenen Begriff von Wissenschaftsfreiheit zu entwickeln.
 

Prof. Dr. Frieder Vogelmann lehrt Epistemology & Theory of Science an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der politischen Erkenntnistheorie sowie der Sozialphilosophie; aktuell arbeitet er zur Beziehung zwischen (Un)Wahrheit und Demokratie, zu einem realistischen Bild wissenschaftlicher Praktiken sowie zu Michel Foucaults philosophischer Methode. Zuletzt sind von ihm erschienen: Umkämpfte Wissenschaften – zwischen Idealisierung und Verachtung, Stuttgart: Reclam 2023; Die Wirksamkeit des Wissens. Eine politische Epistemologie, Berlin: Suhrkamp 2022; mit Kathrina Hoppe: Feministische Epistemologien. Ein Reader, Berlin: Suhrkamp 2024; mit Martin Nonhoff: Demokratie und Wahrheit, Baden-Baden: Nomos 2021.