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Studium generale

Gefährdungen der Wissenschaftsfreiheit – offene und heimliche

Uwe Schimank (Bremen)

Wann: 15. April 2026, 18:30 Uhr
Wo: Hörsaal des IMGWF in der Königstraße 42 in Lübeck

Wissenschaftsfreiheit – die Freiheit von Forschung und Lehre – kann ganz offen angegriffen werden, wenn z.B. bestimmte Themen und Aussagen nicht mehr angesprochen werden dürfen. Es gibt aber weiterhin auch eine klammheimlich-schleichende Bedrohung von Wissenschaftsfreiheit, bei der weder demjenigen, dessen Forschungs- oder Lehrfreiheit eingeschränkt wird, noch demjenigen, dessen Tun dies bewirkt, bewusst sein muss, dass genau dies geschieht. Beide Arten der Gefährdung von Wissenschaftsfreiheit werden angesprochen. Dabei zeigt sich zusätzlich, dass zwischen gewahrter und verletzter Wissenschaftsfreiheit ein fließender Übergang ist. In vielen Fällen vollziehen sich Gefährdungen der Wissenschaftsfreiheit also hinter dem Rücken der Beteiligten und bleiben selbst dann, wenn sie von den Betroffenen registriert werden, im Disput mit den Urhebern strittig. Das macht es nicht einfacher, Wissenschaftsfreiheit zu schützen.
 

Prof. Dr. Uwe Schimank ist Professor für Soziologische Theorie (im Ruhestand) an der Universität Bremen. Zu seinen Forschungsinteressen zählen Theorien der modernen Gesellschaft, Wissenschafts- und Hochschulforschung sowie Organisationssoziologie. Zuletzt sind von ihm erschienen: Who Decides a Scientist’s Research Agenda? Choices and Constraints, in: European Review 33, Supplement S1 (2025), S. 128–142; Wissenschaftsfreiheit unter Druck: Ein Plädoyer für die Ermittlung forschungsbefähigender Grundausstattungen von Professuren, in: Zeitschrift für Politikwissenschaften 34 (2024), S. 387–395; sowie die gemeinsam mit Mitchell G. Ash, Martin Quack, Jochen Gläser, Hans-Gerhard Husung, Wilhelm Krull und Peter Weingart publizierte Studie „Grundsätze und Empfehlungen zur Wahrung und Förderung der Wissenschaftsfreiheit in Deutschland“, Berlin: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften 2024.