Blog zum Studium generale der Universität zu Lübeck

Obstbäume als „Lübecker Klima-Botschafter“

Gastbeitrag: Aktivitäten in Lübeck

Übrigens: "Klima-Wandel-Tun" ist jetzt dran! Der Hanse-Obst e.V. pflanzt seit 2014 Obstbäume als "Klimabäume". Meist pflanzen wir mit SchülerInnen, auch schon mit FFF und S4S. Insgesamt 1.450 Obstgehölze. Was wir als "Lübecker Klimabotschaft" verstehen, nachfolgend: Obstbäume als „Lübecker Klima-Botschafter“!

  1. Unsere Obstbäume sorgen für gute Luft zum Atmen.
  2. Unsere Früchte wachsen vor Ort; kurze Transportwege schonen unser Klima (im Vergleich zu Importware aus Übersee).
  3. Unsere Früchte sind ungespritzt; Verzicht auf Chemie dient unserer Umwelt und dient unserer Gesundheit.
  4. Unser Tafelobst wird natürlich gelagert, z.B. Erdkeller (Erprobung); Energie für Kühlung oder CO2-Lagerung entfallen.
  5. Unseren Obstsaft pressen regionale Mostereien und liefern ihn in recycelten Glasflaschen (z. Zt. auch in Bags).
  6. Unsere Obstbäume bilden Sicht- und Schallschutz und schützen den Boden vor Erosion nebst Schattenschutz vor Bestrahlung.
  7. Unsere Obstbäume geben Windschutz und mindern bis zu 50 Prozent die Windgeschwindigkeit.
  8. Unsere Obstwiesen sind Biotope für Pflanzen und Tiere (mit Menschen) ohne chemische Düngung und ohne Einsatz von Pestiziden.
  9. Unsere Obstbäume werden bei uns im Norden gezüchtet, lange Transportwege entfallen.
  10. Wir veredeln eigene Obstsorten aus der Lübecker Bucht in der Lübecker Baumschule Bornholdt , etwa „Ruhm von Lübeck“ „Lübecker Marzipanapfel“ und „Moislinger Sämling“; sie sind an unser Ostseeklima angepasst.
  11. Unsere Anpflanzungen, meist Obst-Hochstämme, haben eine lange Lebenserwartung und garantieren Nachhaltigkeit.
  12. Unsere Vision, 70 Hektar Obst in und um Lübeck, macht unsere einstige Obststadt wieder zur „ideal grünen Stadt“ (Harry Maasz) und knüpft an die städtischen Pflanzungen von 1829 und 1919 mit 3.000 bzw. 5.000 Obstbäumen an.

Der 80 Jahre alte knorrige Apfelbaum ist etwa acht Meter hoch und hat eine Krone kräftiger Äste und Zweige von 10 Metern Durchmesser. Diese Grundfläche von 78,5 Quadratmetern vervielfacht sich durch 18.000 Blätter. Durch das beidseitige Blattgewebe entsteht eine Gesamtoberfläche von etwa der Größe eines Supermarkt-Parkplatzes. Dieser Apfelbaum verarbeitet an einem sonnigen Sommertag 7 kg Kohlendioxid, der Ausstoß eines Pkws pro Tag. Bei einem Gehalt von 0,04 Prozent Kohlendioxid in der Luft strömen etwa 15.000 Kubikzentimeter Luft durch die Blätter. Das Blätterdach vollbringt nicht nur den lebenswichtigen Gasaustausch für ein gutes Klima für Mensch und Tier, sondern es filtert gleichzeitig Staub und andere schädliche Schwebestoffe aus der Luft und es dämpft Geräusche, etwa Verkehrslärm. Gleichzeitig reichern die Apfel-Blätter die Luft mit Feuchtigkeit an und kühlen sie, denn etwa 150 Liter Wasser benötigt und verdunstet der Baum an diesem Tag. Die 5 kg Sauerstoff, die der Apfelbaum dabei als Nebenprodukt herstellt, liefern den Sauerstoffbedarf von etwa fünf Menschen. Auch die Wurzeln des Apfelbaums, in ihrer Ausdehnung ähnlich riesig wie das Blätterdach, verbessern die Bodenstruktur und verhindern ein Ausdorren oder Wegschwemmen. Unzähligen Tieren bietet der Apfelbaum ober- und unterirdisch Nahrung und Schutzraum. Auch der Mensch kann herrliche Früchte essen, besonders dann, wenn sie ungespritzt sind. Der alte Apfelbaum ist noch produktiv und bildet diesen Tag etwa 5 kg Zucker, der in das Holz + die Früchte wandert. Wer diesen Baum abholzt, der müsste 700 neue Bäume nachpflanzen. Deshalb achtet alte Apfelbäume! Pflanzt Obst als Klimabotschafter! Die Bürgerinitiative Hanse-Obst hilft dabei. Ein regionaler Obstbaum ist ein besserer Klimabotschafter als jede andere Baumart!

Gastautor: Heinz Egleder


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