Bioethik und strukturelle Ungerechtigkeit
Gefördertes Projekt von 2024 bis 2027
Das interdisziplinäre Netzwerk ‚Bioethik und strukturelle Ungerechtigkeit‘ bringt über einen Zeitraum von drei Jahren Wissenschafler*innen zusammen, um Ansätze zum Verständnis und der Adressierung struktureller Ungerechtigkeit im Gesundheitswesen weiterzuentwickeln.
Ziel des Projekts
Strukturelle Ungerechtigkeit stellt ein zentrales Thema für die Bioethik dar. Denn Prozesse struktureller Ungerechtigkeit wirken sich nicht nur negativ auf die Gesundheit marginalisierter Personengruppen aus, sie führen auch zu Nachteilen im Zugang, in der Verfügbarkeit und in der Annehmbarkeit von Angeboten der Gesundheitsversorgung. Auch sind viele medizinethische Fragestellungen eng mit Fragen struktureller Ungerechtigkeit verknüpft, etwa bei der Diskussion reproduktiver Rechte von queeren Menschen, dem Verhältnis von Zwang und strukturellem Rassismus, oder Ableismus in der Definition von Wohlergehen und Lebensqualität.
Die Berücksichtigung struktureller Ungerechtigkeit stellt auf Theorieebene eine große Herausforderung dar. Sie erfordert eine Untersuchung und Weiterentwicklung bestehender medizinethischer Konzepte und Prinzipien, wie Wohlergehen oder Gerechtigkeit. Jedoch werden strukturelle Ungerechtigkeiten und die Gesundheit marginalisierter sozialer Gruppen bislang nicht als Kernthemen der Bioethik behandelt. Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Netzwerk „Bioethik und Strukturelle Ungerechtigkeit“ adressiert diese Forschungslücke. Über einen Zeitraum von drei Jahren bringt das interdisziplinäre Netzwerk Wissenschaftler*innen zusammen, um bioethische Ansätze weiterzuentwickeln, die geeignet sind, strukturelle Ungerechtigkeit zu untersuchen, diese bei der Beantwortung ethischer Fragen zu berücksichtigen und Prozesse struktureller Ungerechtigkeit in der Praxis zu adressieren.
Projektinfos
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft
Weitere Informationen: https://netzwerk-bioethik.de/
Koordination: Dr. Regina Müller und Prof. Dr. Mirjam Faissner, M.A.
Projektlaufzeit: 2024-2027